Am Badhaus steht der Satz von Mahatma Gandhi: „SEI DIE VERÄNDERUNG, DIE DU DIR FÜR DIESE WELT WÜNSCHST.“

Ein Teil der Veränderung, die ich mir wünschte, war ein schlichter Ort in der Natur mit gutem Trinkwasser, welcher allen Menschen, unabhängig von ihren finanziellen Mitteln, offen steht- vor allem denen, die verzweifelt, in Leid, Angst oder anderer Not sind. Es war mein Wunsch, dass die Menschen dort sich selbst und damit andere verstehen lernen und ihre Möglichkeiten der Entwicklung und des Friedens erkennen würden. Es war mein Wunsch, dass die Menschen, die nicht mehr wissen, wie es weitergehen kann für sie, in die Arme genommen werden, sie weinen können so lang sie weinen wollen und ihnen zugehört wird- und dann gemeinsam weitergegangen wird. Es war mein Wunsch, dass niemand, der kommt, mehr allein sein braucht.- Für die Menschen, die ohne Schmerz kämen, wollte dies ein Ort sein, der sie ermutigt, aufrichtig hinter sich selbst und anderen zu stehen- auch ermutigt,in die Eigenverantwortung und die Verantwortung für gesunde Menschlichkeit zu gehen. Dankbarkeit ist meines Erachtens nach eine der stärksten und gesündesten Kräfte- und ich wünschte mir einen Ort, an dem es den Menschen leicht fallen würde, Dankbarkeit zu empfinden und zu nähren. Ich wünschte mir einen Ort, an dem spürbar wäre: „Wenn ich mich in jedem Moment so entscheide, dass ich mit mir einverstanden bin, dann kehrt endlich Frieden ein in mir.“

Nach vielen verworfenen Sätzen dazu, wie ich unsere Ausrichtung näher beschreiben würde, fällt mir ein:

„Erinnerungshelfer“ nannte mich einmal ein Freund, als er nach meiner „Berufsbezeichnung“ suchte. Er sagte, ich würde auf sehr bodenständige Art und Weise Menschen dabei helfen, sich an das Wesentliche, an echte menschliche Werte, an das (Gottes-)Vertrauen und an die Kraft der Liebe, die in ihnen schlummere, erinnern. Ja, Erinnerungshelfer sein zu wollen, ist sicherlich eine der tragenden Kräfte der Menschen im Badhaus. Denn wer sich erinnert, hat weniger Angst, fühlt leichter wieder eine Orientierung, Perspektive, Mut und vor allem Freude.

Das physikalische Gesetz der Resonanz ist ebenfalls ein grundsätzlicher Aspekt für uns. Einfaches Verständnis für die Auswirkungen unserer Emotionen und bewusster Umgang mit Gefühlen ist eines der wohl wichtigsten „Instrumente“, um Unabhängigkeit und Eigenverantwortung zu entwickeln bzw. zu unterstützen.

Eines meiner „Lebensbilder“ ist es, mir Integration als ersten Schritt von vielen in die Inklusion vorzustellen- innerhalb einer Person: Alle persönlichen Anteile, die ich verdränge oder noch als bedrohlich empfinde, integriere ich im Laufe meiner Entwicklung mehr und mehr. Und mit jedem Schritt auf mich selbst zu öffne ich mich mehr für Menschen, die anders sind- und das sind eigentlich alle Menschen- scheinbar.